Hallo zusammen,
ich hatte bei meinen 2F1 bis vor ein paar Wochen die gleichen Probleme.
Habe meinen Motor samt ESP vor etlichen Jahren auch komplett überholen lassen. Der Lief dann auch relativ gut, aber manchmal nur auf einem Zylinder, hatte keine richtige Leistung, nahm nur träge Gas an, Qualmte schwarz unter Volllast und wurde sehr schnell Heiß...
Ich habe dann die Düsen wieder abgedrückt, Kompression gemessen, Ventilspiel(0.3mm), Kraftstoffzufuhr und Luftfilter geprüft.
Sogar getestet ob der Auspuff frei ist.
Alles war in Ordnung und brachte keine Veränderung.
Es kann eigentlich nur noch an der Einspritzpumpe liegen, viel mehr ist da ja nicht.
Habe dann den Förderbeginn kontrolliert. Dieser war sehr nahe bei der Markierung auf dem Schwungrad aber etwas in Richtung spät.
Also die pumpe muss raus. Das ist kein Hexenwerk. Natürlich alle Dieselleitungen ab, dann der kleine Rechteckige Deckel neben der Pumpe. Hier muss man das Gestänge zur Regelstange aushängen. Das ist sehr fummelig und braucht Geduld.
Jetzt die vier Schrauben der Pumpe lösen und Vorsichtig ohne Gewalt rausziehen. Dabei etwas die Regelstange hin und her bewegen, die geht nämlich nur in einer Stellung durchs Gehäuse.
Aufpassen dass man die Messing einstellbleche hinter der Pumpe nicht knickt oder verbiegt.
Ich hatte bei meiner Pumpe zwei einstellbleche mit jeweils 0,2mm verbaut. Davon hab ich eins entfernt somit ist der Förderbeginn minimal früher.
Zusätzlich habe ich die Einstellschraube auf der Regelstange eine halbe Umdrehung reingeschraubt. Damit fördert sie etwas weniger Diesel, wegen dem Schwarzen Qualmen und dem raschen Temperaturanstieg.
Das Einstellblech hab ich hauchdünn mit Dichtmittel bestrichen und alles wieder zusammengebaut.
Diesmal lief er etwas Kerniger (kein Nageln) und Qualmte weniger aber die Vollen 14PS waren es nicht.
Schon beim entlüften habe ich gemerkt, dass der Motor auf einem Zylinder mehr Bums hatte als auf dem anderen. Dabei ist mir eingefallen, dass beim Überholen der ESP die Druckhalteventile und die Pumpenelemente getauscht wurden.
Also die Einspritzleitungen wieder ab. Das Klemmstück zwischen den zwei Überwurfschrauben gelöst und diese Rausgeschraubt.
Dahinter eine Feder und die Druckhalteventile. Diese sitzen stramm im Gehäuse kann man aber mit einer Spitzzange rausziehen.
Meine Ventile waren keine Original Bosch sondern irgendein Zubehör Müll.
Die Dichtsitze in der Mitte hab ich mit Tuschier Paste Bestrichen, und das Tragbild Geprüft.
Unter gutem Licht konnte man gerade so erkennen, dass die Dichtsitze in der Mitte an einer Stelle nicht zu 100% dicht waren.
Zum Glück hatte ich noch eine Baugleiche Pumpe mit guten Originalen Druckventilen Rumliegen.
Diese Habe ich Getauscht, natürlich alles schön sauber Gemacht und wieder Zusammengebaut.
40-45Nm Für die Überwurfschrauben.
Durch die Ganzen umbauten wollte mein Motor manchmal mit der Drehzahl nicht richtig in den Leerlauf zurück.
Deshalb musste ich das Gestänge zur Regelstange wieder ausbauen und eine Umdrehung länger machen.
Damit die Regelstange wieder vollständig in Richtung Stopp geht.
Jetzt läuft er wieder richtig gut und hat mehr Leistung als jemals zuvor.
Der rasche Temperaturanstieg ist weg. Er springt im kalten mit dem Knopf und den Drall Klappen ohne zu glühen direkt an.
Hängt sehr gut am Gas und fällt auch Berghoch mit der Drehzahl nicht ab.
Das Rauchverhalten ist für einen alten MAN Diesel auch gut. Unter Volllast leicht schwarz und sonst fast kein Bläuen.
Sorry für den langen Text. Ich hoffe dass hilft euch weiter.
Grüße aus dem Saarland
Tim