Hallo Leute,
ich bin neu hier im Forum und stelle mich daher erstmal vor.
Ich bin Tobi, 34 Jahre alt aus der nähe von Göttingen, Südniedersachsen und von Beruf Maschinenbautechniker.
Alte Traktoren haben wir schon seit ich denken kann und von daher ist der Virus natürlich auch auf mich übergesprungen.
Den MAN 4L1 BJ 59 haben wir seit 2000. Vor etwa 20 Jahren wurde der Motor von einem Instandsetzer aufgrund eines Pleullagerschadens erneuert. Damals habe ich zwar schon mitgeschraubt, hatte aber von der Materie natürlich noch keine Ahnung.
Es wurde soweit ich weiß alles erneuert. Alle Lager, Buchsen und Büchsen, der Zylinderkopf, Kolben, ESP und ESDs. War damals schon ein Vermögen sagte mein Vater.
Leider sprang der Motor nach der Revidierung nie gut an. Unter 10°C brauchte man es nicht versuchen. Mein Vater hat damals dann eine Vorwärmung in den Wasserkreis eingebaut. Das funktionierte wirklich gut. Allerdings war spontan bei kalten Temps nichts zu machen. Leistung war ebenfalls schlechter als vorher (Steigungen die vorher im 6. Gang gingen nun nur im 5. möglich).
Das hat mich schon immer gewurmt und ich sagte mir, irgendwann gehe ich da nochmal ran.
Nun war es vor ein paar Tagen soweit und ich ging mit meiner gesammelten Erfahrung aus einer Komplettrestauration meines Knubbels die Sache an.
Als erstes die Einspritzdüsen raus und abgedrückt. Druck und Sprühbild i.O. Nochmal zerlegt gereinigt und nochmal geprüft. Alles i.O.
Dann den Förderbeginn der ESP mit der Überlaufmethode geprüf. Ergebnis ist das der Förderbeginn hier etwa 5° zu spät kommt. Siehe Bild 1.
Frage hier: machen die paar Grad hier was aus? Ich konnte es nicht so recht glauben.
Kurioserweise ist hier auch kein Blech unter der ESP. Also früher einstellen geht nicht mehr

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Da die Einspritzdüsen ja raus waren konnte ich mit einem Lötzinn mal das Spaltmaß kontrollieren. Soll hier 0,9 - 1,1mm. Also 1,5mm Lot genommen, ins Loch und einmal durchgedreht. KEIN Abdruck. Da wurde ich schon stutzig

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2,5mm Lot rein und siehe da:
Spaltmaß von 1,65mm, auf beiden Zylindern. Siehe Bild 2.
Das sind gut 0,5mm über maximal Soll. Also liegt hier wohl der Hase im Pfeffer?
Ich dachte naja, haben die bei der Motorrevision Mist gebaut und die Kopfdichtung ist zu dick.
Kopf abgebaut und die Dichtung gemessen. Die hat ca. 1,1mm. Siehe Bild 3. Also korrekt!
Dann stellte ich fest, dass der Kolben nicht das erforderliche Maß über den Bund der Laufbuchse übersteht sondern 1 bis 2 zehntel drunter. Daher kommt schonmal das zu große Spaltmaß. Die Laufbuchse steht auch nur das Sollmaß über den Block über.
Dann habe ich den Seitendeckel auf gemacht und geschaut ob die Pleullager spiel haben. Außer dem Axialspiel was mit etwa 0,4mm angegeben ist, haben sie radial kein merkliches Spiel (geprüft mit Montiereisen unter-gehebelt und gewackelt).
Dann können ja eigentlich nur noch die Pleul oder die Kolben zu kurz sein... Diese möchte ich aber ungern ausbauen und erneuern.
Daher meine abschließende Frage:
kann ich das hier über eine dünnere Kopfdichtung lösen?Diese müsste, um das obere zulässige Spaltmaß von 1,1mm zu erreichen und unter Berücksichtigung von 0,2mm Quetschung nur 0,7mm dick sein.
Hat da schonmal jemand ähnliche Erfahrungen gemacht?
Ich freue mich über Eure Antworten.
Gruß Tobi!