Hallo MANler,
zwischenzeitlich sind schon wieder fast 4 Jahre vergangen, seitdem ich meine letzten Aktivitäten zum 4R3 dem zweiten euch mitgeteilt habe. In dieser Zeit agierte ich fast nur noch als stiller Mitleser. Aber vielen älteren Mitgliedern in diesem Forum geht es genauso, wie mir. Während sie sich mehr und mehr zurück ziehen, kommen Neue dazu. Auch sie versuchen durch ihre Erfahrungen und Mitteilungen, das Forum am Laufen zu halten. Aber es ist nicht mehr der alte Geist, der uns damals verband. Ich möchte hier keinen beleidigen. Zum Glück kommen neue Generationen nach und ,.,Hut ab" wenn sie sich diesen alten Maschinen annehmen und ihre Erfahrungen uns mitteilen. Leicht wird es für sie in Zukunft nicht werden. Sterben doch so nach und nach die alten Experten, wie Johann Zintl, oder aber auch Mitglieder aus diesem Forum.
Meine Erfahrungen, wenn ich danach gefragt wurde, habe ich anderen Interessenten gerne mitgeteilt. Die meisten Kontakte hatte ich immer auf Oldtimertreffen. Viele hatten auch hinterher, oder auch heute noch, telefonisch Kontakt mit mir.
Natürlich war ich in den letzten Jahren nicht ganz untätig an meinen 5 MANs. Dabei hatte es mir dieser zweite 4R3 besonders angetan. Alleine die Instandsetzung hatte alles von mir abverlangt (siehe Bericht). Nicht nur vom finanziellen Aspekt war es auch eine gewaltige Herausforderung an die Technik, besonders auch die Ersatzteilebeschaffung. Nachdem ich mit dem Trecker, meistens im Wald, gearbeitet habe, kamen so manche Schwachstellen zum Vorschein. Was besonders Kopfschmerzen bereitete, war der drastische Temperaturanstieg im Kurbelgehäuse. Erklären konnte ich mir das nur durch zu enge Spaltmaße. Ich hatte beim Zusammenbau immer das geringste Maß laut Schleppertechnik angenommen und so auch eingebaut. Hinweise gab es genug dafür. So ließ sich der Motor bei erhöhten Temperaturen nicht mehr anlassen. Er war einfach fest. Im kalten Zustand genügten ein paar Umdrehungen und schon lief er. Deshalb entschied ich mich im letzten Herbst nach der Saison, nochmal den Trecker zu trennen. Habe also den Motor nochmal aufgemacht und alles nochmal neu vermessen. Das Ergebnis war dann auch ganz nach meinen Vermutungen. Das Kolbenringspiel betrug 0,3mm und das Spaltmaß Kolben/Kopf betrug 0,7mm. Also alles zusammen auf Minimum eingestellt. Da ich Unterlagen hatte von damaligen MAN Ingenieuren, die eindeutig darauf hinwiesen, das bei einer Motorrevision etwas größere Spaltmaße anzuwenden sind, als wie in der Schleppertechnik geschrieben. Besonders bei den Rumpfmotoren, wie die letzten Baureihen N,P,R. Habe nun das Ringspiel auf 0,5mm und das Kolbenspiel auf 0,9mm verbaut. Bei einem kurzem Testlauf vom Motor konnte ich dann auch nichts negatives feststellen. Bin nun soweit, das ich den Trecker wieder komplett zusammen geschraubt habe. Bei dieser ganzen Aktion habe ich gleich noch die alten Kreuzgelenke in der Vorderachse gegen neue ausgetauscht. In unserem Gelände bin ich auf den Allrad angewiesen. Hatte damals die Kreuzgelenke neu gelagert, es waren aber zweierlei verschiedene Gelenke gewesen. Also auch nicht mehr original. Auch an der Hydraulik noch einiges ausgetauscht und verbessert. Ob dann alles meinen Erwartungen erfüllt, werde ich dann sehen. So wie die Witterung es zulässt, muss Brennholz gemacht werden. Ich habe zwar noch genug, aber es steht auch genug im Wald, was dürre ist und weg muss. In eurem Interesse melde ich mich hoffentlich recht bald wieder. Bis dahin viele Grüße aus dem Eichsfeld.
Armin (treuer MAN Freund)